Der Baum

Lassen Sie sich Zeit, hier anzukommen,
an Ihrem Platz, in Ihrer Körperhaltung, so locker wie möglich und zugleich sicher und ruhig,
gehalten und getragen von der Unterlage, auf festem Boden, und sich gut einzustellen auf Entspannung,
auf eine Phase der Ruhe.

Sie haben auch noch Zeit für die Dinge der Umgebung, Geräusche zum Beispiel,
nach und nach so vertraut damit zu werden,
dass eine Art träumerisch-gelöster Stimmung entsteht, ruhig, angenehm,
mit viel Freiheit für die Phantasie,
die sich mit dem Gefühl der Ruhe verbindet
im Bild von einem Baum:
ein Baum, so groß, so stark, so besonders,
dass er für Sie die Ruhe vollkommen verkörpert.

Der Baum der Ruhe.

Lassen Sie sich Zeit, in Ihrer Vorstellung, kraft Ihrer Phantasie immer mehr Einzelheiten zu entdecken,
Formen und Farben zum Beispiel,
mit allen Sinnen,

also auch Töne und Geräusche wahrzunehmen, die dort zu hören sind, beim Baum der Ruhe,
ganz dort sein in der Vorstellung,
auch Düfte und Gerüche gibt es wahrzunehmen,

vielleicht auch ein Fühlen und Spüren,
völlig ruhig und gelöst
ganz dort sein,
und dieses Bild, diese Vorstellung intensiv auf sich wirken lassen, erleben, wie viel Ruhe dieser Baum Ihnen vermittelt,

in dem Bewusstsein, dass der Baum schon eine lange Geschichte hinter sich hat, seit er aus einem kleinen Pflänzchen zu dem großen, starken Baum geworden ist, den Sie dort innerlich, in Ihrer Vorstellung, vor Augen haben
als den Baum der Ruhe.

Manchmal entsteht vielleicht für einen Moment auch ein Gefühl von Einssein mit diesem Baum, mit der Natur,
von Verbundenheit mit dieser Ruhe und Stärke,

allmählich gewachsen und tief verwurzelt, die Ruhe selbst.

Lassen Sie sich jetzt noch ungefähr eine Minute Zeit für dieses Bild, diesem Baum, diese Ruhe.

Nun lassen Sie dieses innere Bild Ihrer Phantasie sich lösen,
aufbewahrt in Ihrem Gedächtnis, Ihrer Erinnerung,
und gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit jetzt wieder nach ganz nach außen, hierher in diese Umgebung, diese Situation hier und jetzt,
ganz wieder hier ankommen
mit kräftigem Dehnen und Strecken,
mal richtig durchatmen,
die Augen öffnen,
ganz aufrecht
und offen für diese Welt.

(© Karl-Heinz Schäfer)