Die Aflenzer Kräutermeilen

Die Region um Aflenz Kurort liegt am südlichen Rand des Hochschwab-Massivs und ist bekannt für ein besonders mildes Klima. Diese Bedingungen sind Ursache für eine vielfältige Flora, in der sich auch ein breites Spektrum an Heilpflanzen findet.

Auf wenigen Kilometern, entlang der wunderschönen Wanderwege am Südhang der Aflenzer Bürgeralm, kann der Besucher etwa 70 Heilpflanzen in der Natur finden.

Zusätzlich befindet sich im Kurpark am Beginn der Kräutermeilen eine vorbildlich gepflegte Kräuterschnecke, die das Spektrum der Heil- und Gewürzpflanzen um weitere 40 Pflanzen erweitert, die entlang der Wege nicht zu finden sind.

Die Wege führen durch schattige oder lichte Wälder, vorbei an kleinen Bächen mit kristallklarem Wasser oder an Brunnen mit erfrischendem Hochschwab-Wasser. An den freien Wiesen ergeben sich schöne Ausblicke in die Bergwelt oder in das Aflenzer Tal.

Für jene, die auch eine Stärkung während der Wanderung benötigen, ist im Schnittpunkt der Kräuterwege auf 1000 Meter Seehöhe bestens gesorgt. Ein eigener Folder für Kinder und eine Forschertasche mit dem Thema „Kräuterwicht in Sicht“ sorgen dafür, dass auch Kinder einen spannenden Ausflug erleben können.

Kräuterstationen

An den gut beschilderten Wegen macht das Ackerstiefmütterchen als stilisierte Leitpflanze der Kräutermeilen immer wieder auf Standorte von Heilpflanzen aufmerksam. So wird man an Standorte geführt, an denen Pflanzen zu finden sind, die bei Venenproblemen hilfreich sind, die unterstützend bei Erkrankungen der Blase, Nieren oder Prostata wirken, die entzündeter Haut Linderung verschaffen oder bei Verletzungen des Bewegungsapparates Erleichterung bringen.

Weitere Indikationen beschäftigen sich mit Heilpflanzen für „Frauenleiden“, bei Herz-/ Kreislaufproblemen, bei Erkrankungen im Verdauungstrakt, zur Stärkung der Nerven und zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und Husten.

Das Thema der Verwechslungsmöglichkeit von ähnlich aussehenden Heilpflanzen ist immer wieder präsent und kann trainiert werden.

Zeitrahmen

Die günstigste Zeit für Wanderungen an den Kräutermeilen ist von Anfang Mai bis weit in den September. In dieser Zeit ist ein überwiegender Teil der beschriebenen Heilpflanzen zu finden. Ein Folder, in Aflenz ausgebildete Heilkräuter Coaches oder das Buch „Heilkräuter unserer Heimat“ sind eine wertvolle Unterstützung bei Wanderungen.

So kurzweilig die Wanderung durch die Fülle der Eindrücke wirkt, sosehr wird man aber dennoch feststellen, dass einige Stunden wie im Flug vergangen sind. Stunden, die Nahrung für Körper, Geist und Seele sind und die es ermöglichen, in Form von Bewegung in reiner Luft tief durchzuatmen, endlich wieder loszulassen, zu entspannen und sich mit jenen Pflanzen zu beschäftigen, die dem Körper wertvolle Energie geben und Unterstützung auf dem Weg zu mehr Gesundheit sein können.

Führungen und Ausbildungen

Seit 2006 werden Führungen mit hoher fachlicher Qualität an diesen Kräutermeilen angeboten. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Merkmale, die ein sicheres Erkennen der Heilpflanzen ermöglichen, genau besprochen werden. Ebenso werden Giftpflanzen entlang der Wege, die teilweise auch Heilpflanzen in der Homöopathie sind, erklärt; zusätzlich wird großer Wert darauf gelegt, dass Unterschiede ähnlich aussehender Pflanzen aufgezeigt werden und damit Verwechslungen mit den wertvollen Heilpflanzen sicher ausgeschlossen werden können.

Vermehrt werden in Aflenz Kurort seit 2006 auch Seminare angeboten, die das Ziel haben, das Wissen über Heilpflanzen weiterzugeben oder zu vertiefen. Weit über 400 zufriedene Seminarbesucherinnen – aber auch männliche Besucher – haben an Kursen teilgenommen. Viele von unseren engagierten Heilpflanzeninteressierten waren auch schon mehrmals bei unseren Fortbildungskursen mit externen Vortragenden zur Weiterbildung in Aflenz.

Wissenschaftlich wird unser Projekt von Univ. Doz. Dr. R. Länger unterstützt; der Verein „Heilkräuter- Naturerlebnis-Aflenz Kurort“ organisiert die Kurse und HKC Regina Müllner, Mag. Evelyn Marko und Mag. Ernst Frühmann sind für das Kursprogramm und die Inhalte verantwortlich.

Auf der Homepage www.heilpflanzenwissen.at stehen nicht nur unsere Kurse – dort finden Sie auch je zwei Heilpflanzen pro Monat, die neu vorgestellt werden.

Der Wanderweg

Natur mit allen Sinnen erfahren

Start/Ziel: Kurpark Aflenz-Kurort

Länge: 6 km

Gehzeit: 2 - 3 Stunden

Höhenmeter: 250 Hm

Schwierigkeit: leicht bis mittel

Wanderwege: Kräutermeilen

Spezielle Info: für Kinderwagen geeignet (ohne Abkürzung)

Führungen: von Mai bis September, Dauer 4-5 Stunden, www.regionhochschwab.at

Heilpflanzen-Stationen

  • Baldrian

    Wanderung entlang der Kräutermeilen

    Entlang des Weges sind viele Heilpflanzen zu finden. An 9 Heilpflanzenstationen gibt es Information zu verschiedenen Anwendungsgebieten. Details dazu im Folder „Kräutermeilen“ – erhältlich bei der Infotafel am Start.

    Das Acker-Stiefmütterchen ist die Leitpflanze entlang der Kräutermeilen, es begleitet sie mit kleinen Wegweisern und weist an nummerierten Tafeln auf bestimmte Heilpflanzen in verschiedenen Indikationen hin.

  • Mäusedorn_Tos_05100010bsz

    Start / Info / Kräuterschnecke
    Indikation Venen

    Einige Heilpflanzen in und an der Kräuterschnecke sind eine wertvolle Hilfe bei Beschwerden, die durch Venenschwäche verursacht werden. Leitpflanzen in dieser Indikation sind die heimische Rosskastanie, der Stechende Mäusedorn, dessen Heimat in wärmeren Gebieten liegt und der Steinklee als gelbblühende Art. Wirksame Extrakte kommen hier öfter zum Einsatz als Teezubereitungen.

     

  • Goldrute_HKW_7254bb

    Indikation Niere / Blase / Prostata

    Bei Beschwerden dieser Organe gibt es viele Heilpflanzen, die wassertreibend wirken, einige wirken auch entzündungshemmend oder krampfstillend, wenige sind auch bei bakteriellen Infektionen wirksam. Teilweise werden die Heilpflanzen unterstützend in einer Therapie eingesetzt, oft können auch Heilpflanzen alleine oder in Kombination mit weiteren Heilpflanzen Gesundheit bringen.

    Entlang der Wege finden wir den Acker-Schachtelhalm, den Löwenzahn, die Birke, die Große Brennnessel, drei Arten der Goldrute und verschiedene Weidenröschen-Arten.

  • Ackerstiefmütterchen_5088atwsz

    Indikation Haut / Verletzungen

    Verletzte Haut oder schmerzhafte Prellungen und Quetschungen wurden schon immer mit pflanzlichen Extrakten geheilt oder gelindert. Auch heute noch werden Verletzungen der Haut bevorzugt mit Heilmitteln pflanzlichen Ursprungs behandelt.

    In der Kräuterschnecke sind wir bereits auf die Echte Kamille und die Ringelblume gestoßen; in der Natur treffen wir auch auf den Beinwell, der mit Vorsicht anzuwenden ist, oder auf das Acker-Stiefmütterchen und die Weiße Taubnessel; in größeren Höhen – auf der Bürgeralm – wächst Arnika.

  • Rotklee_HKWAfl_2006070238atwsz

    Indikation Frauen-Erkrankungen

    Heilpflanzen, die bei Klimakterische Beschwerden in den Wechseljahren wirksam sind, erhöhen deutlich die Lebensqualität in der Lebensmitte der Frauen. Aber auch andere Heilpflanzen wurden von Frauen gerne zur Behandlung spezifischer Frauenprobleme angewendet.

    Waren früher der Frauenmantel oder die Schafgarbe wichtige Heilpflanzen der Hausapotheke, steht heute der Rotklee im Fokus der wissenschaftlichen Forschung.

  • Augentrost_AKM_1366twszzz

    Indikation Augen

    Schon lange wissen Frauen, dass der Saft der Tollkirschen zu einer Erweiterung der Pupillen führt. Das nützten viele Frauen in einer Zeit, in der weite Pupillen ein Schönheits-Merkmal waren.

    Aber wichtig ist zu wissen, dass die Tollkirsche giftig ist; und das sollten auch alle Kinder wissen, damit sie sich nicht von den schwarzen, glänzenden Früchten verführen lassen, von den verlockenden Beeren zu kosten.

    Der Augentrost ist giftfrei und ein beliebtes Mittel in verschiedenen Augentropfen bei gereizten Augen.

  • Weißdorn_mg_9_2006060054atwszgr

    Indikation Herz / Kreislauf

    Der „Weißdornweg“ ist ein echtes Herzstück auf den Wandermeilen. Von verschiedenen Heilpflanzen begleitet, wandert man zwischen Licht und Schatten unter uralten, mächtigen Weißdornbäumen.

    Der Weißdorn entfaltet seine herzstärkende Wirkung über seine Blüten, Blätter oder auch Früchte. Die ökonomisierende Wirkung auf den Sauerstoffverbrauch ist ein weiterer Vorteil für viele bewegungshungrige, aktive Menschen ab einem fortgeschrittenen Alter.

    Bald nach den Weißdornbäumen erreichen wir das Holzklangspiel, das über verschiedene Holzarten interessante Klangkombinationen erlaubt.

  • Kümmel_Ulm_BG_7365a

    Indikation Magen / Darm

    Die Zahl der Heilpflanzen, die im Magen oder Darm wirksam sind, ist groß. Sie leisten gute Dienste bei funktionellen Störungen oder Appetitlosigkeit, wirken bei Blähungen, gegen Durchfallerkrankungen oder bei Verstopfungen.

    Entlang der Wege gibt es das Tausendgüldenkraut, die Schafgarbe, den Wiesen-Kümmel, die Blutwurz, die Heidelbeere, den Faulbaum und andere Heilpflanzen, die auf das Verdauungssystem wirken.

  • Johanniskraut_Dreif_1047twszz

    Indikation Nerven

    In Zeiten, in denen viele Menschen mit den Herausforderungen, denen sie ausgesetzt sind, kaum gewachsen sind, sind pflanzliche Hilfestellungen gefragt und zur Erfüllung der Aufgaben oft notwendig.

    Der Baldrian ist als Gesamtextrakt auch heute noch ein wertvoller Begleiter, wenn es um Beruhigung der Nerven und um leichteres Einschlafen geht. Das Tüpfel-Johanniskraut ist eine Heilpflanze, die in den letzten Jahrzehnten als wirksames Antidepressivum Anerkennung fand und als Tee oder hochdosierter Extrakt eingesetzt werden kann.

    Beim Lammerbauer bzw. Fölzsteinblick ist auch eine Linde zu bewundern, die über 300 Jahre alt sein soll.

  • Hagebutte_05090003

    Indikationen Erkältung / Husten

    Zu diesen Erkrankungen, bei denen viele Menschen Hilfe und Heilung durch eine Vielzahl von Heilpflanzen erhalten, stehen an die 20 heilkräftige Pflanzen an den Kräutermeilen.

    Leitpflanzen bei Erkältungskrankheiten sind der Holunder, die Linde, die Hundsrose, die Latsche, die Weide, das Mädesüß, der Salbei oder die Giftpflanzen Seidelbast und Eisenhut.

    Bei der Indikation Husten achten wir entlang der Wege auf die Schlüsselblume, den Spitzwegerich, die Königskerze, den Feldthymian, den Efeu oder in der Kräuterschnecke auf den Eibisch und die Malve.

  • ZA_Sumpf_AckerSchH_9665bbbb

    Verwechslungen von Heilpflanzen

    Da die bisher besprochenen Heilpflanzen immer wieder in zwei oder mehr Arten auftreten, ist es ein besonderer Glücksfall, dass wir entlang dieser Wege diese Artenvielfalt zeigen können.

    Es ist aber auch wichtig, dass wir Standorte haben, an denen die Heilpflanzen neben – oft giftigen Doppelgängern – zu finden sind.

    Beispiele dazu sind der Schwarze Holunder neben dem Trauben-Holunder und dem Zwerg-Holunder, drei Goldruten-Arten neben dem Fuchs-Kreuzkraut, der Huflattich neben der Weißen Pestwurz. Diese Liste ist noch nicht vollständig.

     

  • Brunnen_4877atwsz

    Duftnasen und Wasserstelle

    Auf einem fast ebenen Weg wandern wir nun zurück nach Aflenz Kurort und können dabei unser Wissen über die Heilpflanzen, die wir bisher kennengelernt haben, überprüfen und festigen.

    Bei den Duftnasen können wir unseren Geruchssinn testen und die Heilpflanzen an deren ätherischen Ölen, die bei den Duftnasen ihren Duft verströmen, erraten.

    Bald darauf erreichen wir die Wasserstelle, bei der wir mit dem kristallklaren Hochschwabwasser unseren Durst stillen können. Dort können wir aber auch erfahren, wie groß der Durst der Pflanzen und Bäume nach Wasser ist.

    Knapp bevor wir unseren Ausgangspunkt bei der Kräuterschnecke erreichen, können wir beim Fitnessparcours unsere Beweglichkeit testen und abschließend ein erfrischendes Armbad im H2O Brunnen machen, mit dem wir dem großen Freund der Heilpflanzen, dem Pfarrer Sebastian Kneipp, unsere Reverenz erweisen.

     

Die regionalen Partner

Kulinarik

Tourismus

Unterkünfte

Die Thementipps